Archiv der Kategorie ‘Werbung‘

 
 

Fundstücke | “Anything Can Fly”

Best Brands 2011 |
Beliebteste Marken | Volkswagen und Lego |

best-brands-2011

In München wurden diese Woche die Best Brands 2011 gekürt. Mit dem Preis werden starke Marken ausgezeichnet, die nicht nur Absatzerfolge auf dem Markt zu verzeichnen haben, sondern sich auch beim Konsumenten großer emotionaler Beliebtheit erfreuen.

Das Best Brand Markenranking wird auf Basis einer empirischen Marktforschungsstudie der GfK Gruppe ermittelt, und nicht wie sonst üblich von einer Jury ausgelobt. Sieger des Jahres 2011 sind Volkswagen in der Kategorie Unternehmensmarke, und Lego in der Kategorie Produktmarke.

Ha … da freut sich der Christoph. Volkswagen und Lego sind aber auch Marken zum Liebhaben. Großartig!

Weniger erfreulich finde ich, dass Apple Platz 1 in der Kategorie Wachstumsmarke erhaschen konnte. ;-) Ich bin wohl aber auch einer der seltenen Designer, die nicht in die Armee der Apple Marken-Evangelist gehören. Mir gefällt die verbraucherfeindliche Abschottungspolitik des werten Herrn Jobs in Sachen App-Store und iTunes schon lange nicht.

So ist es um so erfreulicher, dass Serviceplan-Chef Florian Haller, in der aktuellen Ausgabe der W&V, Apple davor warnt, sich von der kleinen sympathischen Marke für Kreative zu einem dominanten und arroganten Full-Service-Anbieter zu wandeln.

Endlich sagt das auch mal jemand ;-) Sonst kriechen die Werber doch lieber vor dem lieben Steve zu Kreuze, und bezeichnen Apple auch noch als die sozialste Marke der Welt. Kann ich nicht nachvollziehen. Zumal doch gerade der Brancheninsider Strategien durchschauen sollte.

Die Apple-Produkte haben in manchen Bereichen ihre Klasse, da will ich nichts gegen sagen. Was die Kontrolle der Inhalte und Nutzbarkeit angeht, muss der Apfel aber aufpassen, dass er nicht genau das wird, was er in seinem Macintosh-Spot 1984 eigentlich zerstören wollte.

Das ist aber off topic und tut nichts zur Sache der Best Brands 2011.
Gratulieren wir also auch Steve Jobs zu seinem potenten Wachstum und warten ab, ob sich die Konkurrenzprodukte in naher Zukunft durchsetzen können.

Groupons kontroverse Super Bowl TV-Spots | Genial oder völlig daneben?



Der Rabatt-Anbieter Groupon sorgt gehörig für kontroversen Gesprächsstoff. Auslöser waren 3 TV-Spots, die während des traditionellen Schaulaufens der Kreativbranche, dem Super Bowl 2011, ausgestrahlt wurden.

Die amerikanischen Zuschauer fanden die Spots alles andere als lustig, und reagierten prompt mit zahlreichen negativen Äußerungen auf Twitter & Co. Die Top-Tweets hatten folgenden Wortlaut: “Dear Groupon – over a million Tibetans have been killed during Chinese occupation. Your ad wasn’t funny,” und ”Groupon seems to have achieved the unique feat of paying $3M to lose customers who previously loved them.” Auch wenn der geistlose Zuschauer die Message der Werbung wohl nicht verstanden hat, so kam Groupon damit immerhin auf Platz 3 der meist diskutierten Super Bowl Commercials 2011.

Sind die Spots nun aber wirklich völlig daneben und geschmacklos, oder sind sie vielleicht sogar genial?

Ich kann die negative Meinung der Zuschauer nicht teilen. Ich finde sie genial.

Die Spots sind für mich nicht nur banale Werbung zum reinen Selbstzweck, sondern spiegeln in gehörigem Maße den Zeitgeist unserer westlichen Konsumgesellschaft wieder, und schaffen Aufmerksamkeit nicht nur für Groupon, sondern auch für Naturschutz und politische Probleme.

Sind wir doch mal ehrlich zu uns selbst.

Wir alle wissen um die globalen Missstände. Doch ist es uns nicht wichtiger an unsere eigenen banalen Vergnügen zu denken?

Was sagt uns der Rabatt-Händler Groupon also wirklich mit seiner Werbung?

Spot 1:
Die tibetische Kultur ist bedroht. Wen kümmert’s? Ich schlage mir lieber preisgünstig mit tibetanischem Essen den Bauch voll.

Spot 2:
Der brasilianische Regenwald ist bedroht. Aber hey … ist es für die durchschnittliche US-amerikanische Luxus-Tussi nicht viel wichtiger einen perfekt gewachsten Schritt zu haben?

Spot 3:
Die Wale sind bedroht. Hmm ja das ist schlimm … aber was geht mich das an? Außerdem macht es mir mehr Spaß ihnen mit Booten hinterher zu jagen und sie bei ihren lustigen Sprüngen zu beobachten.

Oder:
Wir könnten gemeinsam, mit dem durch Groupon gesparten Geld, etwas gegen diese Missstände unternehmen.

Man mag dem Werbetreibenden ja vorwerfen, dass seine Werbung auf den ersten Blick zwar unsensibel erscheint, dumm und verlogen ist sie aber sicher nicht. Sie hält uns ordentlich den Spiegel vor die Nase, und das noch dazu während der wohl dekadentesten Unterhaltungsveranstaltung der Welt.

Groupon nutzt seinen teuer erkauften Werbeplatz um 111 Millionen Amerikaner, an ihrem doch so heiligen Super Bowl Sunday, mit globalen Missständen zu nerven. Das ist doch wirklich eine bodenlose Unverschämtheit. Der Zuschauer will hier unterhalten werden und nichts von Problemen hören oder gar sehen. Einen kleinen Darth Vader der seine Macht nutzt um einen VW zu beschwören findet man da schon eher ganz große Klasse. Nicht dass ich den VW-Spot nicht großartig finde, aber er ist und bleibt letztlich Werbung zum reinen Selbstzweck. Auch das ist natürlich legitim. Ich verstehe aber nicht, warum man einem Werbetreibenden Vorwürfe macht, der über den reinen Selbstzweck hinaus noch Interessen vertritt, die uns alle betreffen sollten.

Doch was bedeuten die negativen Reaktionen denn nun für den Rabatt-Händler Groupon und seine Agentur?

Etliche Stimmen behaupten Groupon hätte sich mit diesem Einstieg in die Fernsehwerbung ein Eigentor geschossen, und die dafür verantwortliche Agentur Crispin Porter & Bogusky hätte auf ganzer Linie versagt.

Liebe Freunde und Branchenkenner ich sage da verschätz ihr euch mal wieder gewaltig.

Die Agentur CP+B hatte den Auftrag für seinen Kunden Aufmerksamkeit zu generieren, und hat diesen Auftrag mit Bravour gelöst. Wer glaubt, die kontroverse Diskussion sei nicht geplant gewesen, der kennt Crispin Porter & Bogusky nur zu schlecht. Die Jungs wissen sehr gut was sie tun, und sind immer noch ein Garant für Erfolg. Selbst nach dem Ausstieg von Alex Bogusky.

Die Kreativen von CP+B beweisen hier nur einmal mehr, dass Kontroversen einen erfolgreichen und effizienten Motor der Geschäftswelt darstellen.

Viele sogenannte Profis der Werbewelt neigen aber leider dazu, Beliebtheit mit wirtschaftlicher Effizienz zu verwechseln. Sie fahren lieber den reinen lustigen Kuschelkurs, um auch ja jedem Konsumenten nach dem Mund zu reden, und der scheinheiligen populären Meinung gerecht zu werden.

Ich sage großartig Groupon und großartig CP+B.

Wer die Super Bowl Commercials jetzt nicht mehr so beschissen findet, der ist aufgerufen auf der Spendenseite von Groupon http://savethemoney.groupon.com eine Spende für The Tibet Fund, The Rainforest Action Network oder Greenpeace abzugeben.

Wer aber mit kritischem Humor immer noch nichts anzufangen weiß, der sollte erst recht Spenden, seinen Kommentar hinterlassen, oder bis in alle Ewigkeit schweigen. ;-)

Groupon hatte übrigens bereits mit einem Greenpeace Deal $200.000 gesammelt, um etwas gegen den kommerziellen Wahlfang zu unternehmen.

Watch all 2011 Super Bowl commercials

Augmented Reality in der Werbung |
Hype oder kreative Innovation mit Mehrwert?

Augmented Reality

Anzeigen in Magazinen werden durch Smartphone-Apps zum Leben erweckt. Im Online-Shop kann man Brillen virtuell anprobieren. Mit Hilfe einer Webcam flitzt ein BMW Z4 über den eigenen Schreibtisch.

Augmented Reality heißt das Zauberwort. Die sogenannte erweiterte Realität ist schon seit einiger Zeit ein beliebtes Spielzeug der Kreativbranche. Doch was kann sie wirklich leisten? Sind Augmented Reality Kampagnen nur ein Hype für Technik-Nerds oder bieten sie dauerhaftes Potenzial und sind mehr als nur Spielerei?

Derzeitig arbeitet die Mehrzahl der Anwendungen noch mit dem reinen WOW-Effekt der Aufmerksamkeit generieren, und eventuell viral für Reichweite sorgen soll. Ein Beispiel ist die Buzzmarketing-Aktion der Münchner Agentur Buzzinmonkey für das MINI Cabrio aus dem Jahre 2008.

Einige aktuellere Kampagnen gehen aber schon weiter, und bieten dem Nutzer nicht nur den rein technischen WOW-Moment, sondern erweitern die Erfahrung um zusätzlichen Spielspaß und Interaktivität. So lässt BMW den Z4 bunte Reifenspuren auf unseren Schreibtisch malen. Fast genauso wie im dazu passenden TV-Spot. Doch hier sitzt der Nutzer hinter den Pfeiltasten und darf das Fahrzeug navigieren.

Ganz aktuell präsentiert die Hamburger Agentur Leagas Delaney ihren Kunden Skoda mit einem interaktiven Web-Special. Der User darf den neuen Fabia RS mittels eines ausgedruckten Lenkrads in einem richtigen Rennspiel über verschieden Strecken steuern.

Neben Automobilherstellern, die ihre Fahrzeuge dreidimensional präsentieren, oder ausgereiftere Spiele entwickeln lassen, findet die Augmented Reality etliche weitere Anwendungsmöglichkeiten in der Werbung.

Auf dem Markt gibt es bereits Visitenkarten mit einem Marker, über den sich per Webcam zusätzliche Infos in Form von 3D-Videos oder Ähnlichem abrufen lassen.

Zeitschriften ergänzen ihre redaktionellen Inhalte mit interaktivem Augmented Reality Content.

Versicherungen wie AXA erwecken ihre Printkampagnen mit Hilfe des iPhones zum Leben.

So spannend all diese Beispiele derzeit aus technischer Sicht auch sein mögen, so hat die ein oder andere Anwendung doch noch so manche technische Hürde zu überwinden.

So sind Anzeigen, die lediglich für das iPhone konzipiert sind, für Android-User gänzlich unzugänglich und schränken sich selbst in der Reichweite künstlich ein.

Anwendungen, die erst einen Download und die Installation einer Software voraussetzen, sind nur dann interessant, wenn man sie auch mehr als einmal nutzen wird. Dafür müssen sie aber schon wesentlich mehr bieten als nur einen 360°-Produktshot.

Ein Problem ist sicher auch, dass die meisten Internet- oder Smartphonenutzer sich doch mit vielen technischen Dingen noch schwer tun, und froh sind, wenn sie eine E-Mail mit Anhang verschicken können.

Ziel muss es demnach sein, die Anwendungen möglichst einfach für den Benutzer zu gestalten, und ihm die technischen Hürden weitgehend abzunehmen.

Am POS sieht es aber schon ganz anders aus. Hier muss der User sich nicht um die technischen Voraussetzungen kümmern. Augmented Reality hat hier großes Potenzial. Ganz gleich ob es um zusätzlich relevante Produktpräsentation, reine Unterhaltung oder sogar Tierschutz geht.

In Japan gibt der Spiegel in der Kosmetikabteilung im Kaufhaus bereits Schminktipps und präsentiert diese auf dem lebendigen Spiegelbild der Kundin.

Beim Weihnachtsshopping wird der Kunde mit Hilfe der Gesichtserkennung schnell zum Engel oder Weihnachtsmann. Ein Spaß für Groß und Klein.

Leo Burnett Moscow zeigt auf eindrückliche Weise wie sich Augmented Realtiy in Kampagnen integrieren lässt. Für den WWF stellt die Agentur AR-Spiegel in Modeboutiquen auf und erzeugt mit überraschenden Schrecksekunden Aufmerksamkeit für den bedrohten sibirischen Tiger.

Wie die Beispiele zeigen, bietet die Augmented Realtity schon jetzt vielseitige, spannende und kreative Anwendungsmöglichkeiten für Werbetreibende und Agenturen. Technische Innovationen generieren derzeit schnell Reichweite und Awareness.

Doch was bleibt letztlich für den Verbraucher? Bietet die erweiterte Realität ihm einen Mehrwert, der über die rein technische Neuerung hinaus geht? Erhält er Informationen und Erfahrungen, die er mit anderen technischen Mitteln nicht schon längst hat, auch bekommen können?

Online-Spiele präsentieren Automobilhersteller schon lange im Netz. 360°-Produktshots sind auch nichts Neues. Zusätzliche Informationen über Personen, Produkte oder Kampagnen konnten bisher im Netz auch über eine URL abgerufen werden.

Im Großen und Ganzen wird schnell klar, dass sich derzeit im Wesentlichen nur die technische Übertragung und Steuerung geändert hat. Inhalte und Erlebnisse sind häufig gleich geblieben und können auch auf andere Weise kommuniziert werden.

Anwendungen, die nur auf dem technischen Hype schwimmen, könnten den Konsumenten recht schnell langweilen.

Interessant wird es aber, wenn es der AR-Anwendung gelingt, für den Verbraucher relevante Inhalte und Informationen auf eine Art zu kommunizieren, die andere technische Mittel gar nicht, oder nur schwer transportieren können. Beispiele dafür finden sich aber auch heute schon im E-Commerce und am POS. (virtuelle Spiegel, virtuelle Anprobe in Online-Shops usw.)

Gegenwärtig befinden wir uns eben noch in der Experimentierphase. Alle bisher vorhandenen AR-Anwendungen haben ihre Daseinsberechtigung. Technische Möglichkeiten müssen spielerisch ausprobiert und weiter entwickelt werden. Langfristig wird sich dann zeigen welchen beständigen Platz die Augmented Reality in der Werbung einnehmen wird, und welche Applikationen und Features der Verbraucher dauerhaft nachfragt.

Ich denke aber auch hier wird es auf lange Sicht notwendig sein, dem Konsumenten relevante Inhalte anzubieten, die über den rein spielerisch, technischen Hype- und WOW-Effekt hinausgehen.

Die Zukunft wird es zeigen.

Opel und Lena Meyer-Landrut starten Social

Opel und Lena starten social

Wie ich am 01.09. schon berichtet hatte, ist Lena Meyer-Landrut die neue Markenbotschafterin von Opel.

Heute hat mich eine freundliche Dame des Opel Social Media Teams darauf hingewiesen, dass man auf der Opel Facebook Fan-Seite Lenas ersten Tag bei Opel und ihre Erlebnisse vom Fotoshooting bis zum Konzert verfolgen kann.

Und ganz aktuell kann der Opel-Fan auf www.opel-storys.de seine ganz persönliche Opel-Geschichte erzählen und damit Preise gewinnen. Alle sind eingeladen ihre Opel Story mit Text, Bild oder sogar Video zu erzählen. Wer seine Geschichte einschickt, hat dann die Chance auf ein Lena-Konzert und ein persönliches Treffen Backstage. Auf die Teilnehmer wartet zudem ein spezieller Opel-Bonus.

Auf den freundlichen Hinweis des Social Media Teams habe ich prompt eingelenkt, und mir die Seiten angesehen.

Die Richtung die Opel mit Lena ansteuert wird jetzt deutlich.
Ziel ist die Aktivierung der Marke für jugendliche Fahrer. Die Landing-Page der Lena Opel Story macht so auch gleich einen ganz frischen Eindruck. Lena gibt der Marke vom Start weg ein trendiges und jugendliches Gesicht. Ihre offene, sympathisch quirlige Art scheint dem Automobilhersteller ganz gut zu stehen. Gefällt mir um Längen besser, als die Spot-Premiere der lebenslangen Garantie. Ich drücke Opel und Lena die Daumen, auf dass es ihnen gelingen mag die Marke Opel speziell für junge Automobilfreunde zu beleben.

Cortal Consors Social-Banking | Das Szenario | Das Ende des Experiments

Cortal Consors Das Szenario

Das Szenario

Cortal Consors präsentiert ein noch nie dagewesenes Experiment:
Ein Zwillingspaar stellt sich eine Woche lang einer Reihe von Aufgaben.
Der eine Zwilling handelt nach seinem Willen, der andere Zwilling gibt seine Entscheidungsfreiheit komplett ab. Das Publikum entscheidet live und direkt über seine Handlungen – per Online-Voting. Für jede ihrer Entscheidungen bekommen die Zuschauer Provisionspunkte. Dem Sieger winkt ein Cortal Consors Konto in Höhe von 5.000 Euro.

Am gestrigen Sonntag ging das Experiment des Online-Brokers Cortal Consors zu Ende. Eine ganze Woche konnten die User im Internet per Live-Stream die beiden Probanden Martin und Felix beobachten, und dem fremdbestimmten Felix ihre Entscheidungen aufzwingen.

Der Feldversuch sollte zeigen, dass selbstständiges Handeln schneller und sicherer zum Ziel führt. Die Ergebnisse des Experiments bestätigen die These der Direktbank.

Der selbstbestimmte Zwilling Martin konnte all seine Entscheidung frei aus eigenen Stücken treffen, und so die gestellten Aufgaben schneller und mit geringerem finanziellen Aufwand lösen.

Seinem Bruder Felix hingegen wurden alle Entscheidungen per Online-Voting aufgezwungen. Der User durfte zwischen meist 3 bis 4 Möglichkeiten abstimmen. Für jedes Voting wurde ihm dafür eine bestimmte Punktzahl an Provision gutgeschrieben. Hierbei zeigte sich eindeutig, dass die User sich stark von der Höhe der Provision haben beeinflussen lassen. In fast allen Fällen gewann die Entscheidung mit der höchsten Provision, auch wenn diese dem Probanden Felix bei der Lösung seiner Aufgabe nicht unbedingt hilfreich war.

Die Mehrzahl der User war wohl mehr am Gewinn des Kontos in Höhe von 5.000 Euro interessiert, als am fairen Wettkampf der beiden Brüder.

Der fremdbestimmte Felix hat es aber auch bis zum Ende des Experiments nicht verstanden, mit den Usern zu interagieren, und so deren Entscheidung vielleicht zu seinen Gunsten zu beeinflussen. So war Felix stets sehr unzufrieden und konnte den Sinn der Votings nicht nachvollziehen.

Nach 2 Tagen stand dann schon so gut wie fest, dass Felix den Wettkampf gegen seinen Zwillingsbruder nicht gewinnen kann.

Trotz der zunächst kleinen technischen Pannen (Serverüberlastung, fehlendes Voting-Tool und fehlender Chat auf der Seite) fand das Szenario schnell seine Fangemeinde. Facebook war für die User am 1. Tag der Ersatz für einen Chat und behielt die ganze Woche über die Position des meist genutzten Kommunikationskanals. Die Pinnwand der Szenario-Facebookseite wurde im Sekundentakt mit Beiträgen der User überflutet. Im Laufe der Woche hat der Andrang auf Facebook zwar deutlich abgenommen, ein fester Kern treuer Szenario-Fans hatte sich aber schon gebildet.

Ich schätze ein gutes Dutzend Facebook-User hat das Experiment tatsächlich die ganze Woche durch live verfolgt und kommentiert. Der Gewinner des Cortal Consor Kontos im Wert von 5.000 Euro, und somit absoluter Top-Voter der Zuschauer, hat nach eigener Aussage sogar seinen ganzen einwöchigen Urlaub vor dem Live-Stream verbracht.

Ein paar negative Stimmen gab es auf Facebook hin und wieder auch zu lesen. So wurde auch mir, wie so manch anderem User, der Live-Stream recht schnell zu langweilig. Ab dem 2. Tag habe ich mich nur sporadisch in den Stream eingeloggt, und mir ansonsten lieber die kurzweiligeren Tageszusammenfassungen angesehen. Ich persönlich hätte mir, anstatt der Zwillinge Martin und Felix, eher unterhaltsamere und außergewöhnlichere Charaktere gewünscht. Die Geschmäcker sind da eben verschieden, und über die Umsetzung im Einzelnen lässt sich streiten.

Der Agenturkunde Cortal Consors wertet das Experiment abschließend aber als vollen Erfolg. In nur einer Woche hat das Experiment bei Facebook über 2.100 Freunde generiert, wurde auf etlichen News-Seiten erwähnt und auf zahlreichen Blogs, bei Twitter und anderen Social Media Kanälen diskutiert. Die gewünschte Aufmerksamkeit und Beteiligung vonseiten der User hat die verantwortliche Werbeagentur Nordpol ihrem Kunden mit Sicherheit geboten.

Mein Fazit:

1. Ein fremdbestimmtes Leben ohne freie Wahl der Entscheidung steht dem persönlichen Erfolg ganz klar im Wege. Vielleicht sollten sich unsere Politiker darüber klar werden, wenn sie wieder einmal die Hartz IV Regelungen überdenken.

2. Es ist höchst erfreulich zu sehen, dass auch in Deutschland so mancher Werbetreibende endlich einmal mutiger wird, und sich für experimentellere Maßnahmen begeistern lässt. Ich kann Cortal Consors und die verantwortliche Agentur Nordpol zu ihrer Entscheidung nur beglückwünschen, und rufe alle deutschen Agenturkunden zu mehr Mut und Experimentierfreudigkeit auf.

Weitere Informationen, die Tageszusammenfassungen, Interviews und demnächst auch ein Best-Of-Film gibt es auf www.das-szenario.de.

Wo fährt Opel denn jetzt schon wieder hin? Das neue Opel-Gesicht: Lena Meyer-Landrut


Überall war es gestern zu lesen, bei Horizont.net, bei W&V, bei glamour.de, bei bild.de und sicher noch bei vielen anderen News-Seiten. Unsere Lena wird jetzt Werbestar.

Eben erst gab es die Spot Premiere zur neuen lebenslangen Opel-Garantie, und schon gibt es wieder Neuigkeiten rund um den Automobilhersteller.

Lena Meyer-Landrut ist das neue Opel-Gesicht.

Da frage ich mich doch ernsthaft: Wie passt denn nun unsere Lena da ins Konzept?

Hätte zur lebenslangen Garantie nicht eher ein Testimonial vom Typ Inge Meysel gepasst? (Gott hab sie selig) Oder plant Opel ein Elektro-Leichtkraftfahrzeug für Teenies auf den Markt zu bringen?

Den Spot der lebenslangen Garantie fand ich in der Umsetzung, für einen Automobilhersteller dieser Klasse, doch etwas fade und schwächlich. Obwohl der Marketingansatz der Garantie durchaus etwas für sich hat, kommt der Spot mir persönlich zu sehr wie ein Kino-Spot der Kreissparkasse Buxtehude daher. Schlechte Off-Stimme, emotionsloses Musik-Bett und visuell ein Schnitt von wenig stimulierendem Stock Footage.

Da kann man nur hoffen, dass Lena die Marke Opel ebenso in unsere Herzen singt, wie sie sich selbst beim Grand Prix in die Herzen Europas gesungen hat. Schließlich ist der Trubel um Lena Meyer-Landrut seit Oslo doch schon ziemlich abgeklungen.

Ich bin also sehr gespannt, wo die Marke Opel mit Lena hinsteuern wird. Hoffentlich fährt man mit ihr nicht gegen die Wand, denn immerhin hat die Sängerin ihren Führerschein wohl erst beim 2. Anlauf bestanden.

Auch wenn Opel in Sachen Markenimage immer noch Aufholbedarf hat, fahr schön langsam Lena.

Hornbach Kurzfilm  - Das grenzenlose Haus -

Der erste Kurzfilm der Agentur Heimat präsentiert den Kunden Hornbach mit ganz neuen Tönen. Kein Yippie Ya Ya Yippie Yippie Yeah!
Nein! Sondern ganz leise, zum Mitdenken und atmosphärisch stimmig inszeniert. Ganz im Gegensatz zu den bisherig häufig polarisierenden Werbebotschaften des Baumarktes.

Auf Facebook machte Hornbach lange vor der Veröffentlichung neugierig auf das Projekt mit dem Titel “Das grenzenlose Haus”. Heute ist es endlich so weit. Facebook-User erhalten einen Zugangcode für die exklusive Sneakpreview des Kurzfilmes, dass die Sneakpreview nun doch nicht so exklusiv ist, und der Film zeitgleich auch auf Youtube schon für alle zu sehen ist, darüber schauen wir lässig hinweg. Spannend war es allemal, und ich hab mir den Film gleich voller Vorfreude reingedübelt.

Eine sehr gelungene Arbeit mit tieferem Sinn. Es geht um Toleranz, Nachbarschaft, Freude am gemeinsamen Schaffen und… und… und natürlich auch um Sägen und Bohrmaschinen.

Der Werbetreibende tritt im richtigen Verhältnis in den Hintergrund und platziert sich unaufdringlich. Dennoch versteht der Betrachter schnell, worum es hier geht.
Die Produkte und die Marke werden ihm lediglich nicht inhaltsleer um die Ohren gehämmert.

Gefällt mir sehr. Es bleibt spannend wie es mit Heimat und Hornbach in Zukunft weiter geht.

Einziger Wermutstropfen: Es wurde in Bukarest gedreht und leider nicht in der “Heimat”.