Gelesen: „Vom Pitch zum Award“
Wie Werbung gemacht wird


„Was macht eigentlich ein Art-Director in einer Werbeagentur? Wie sieht der Tag eines Kundenberaters oder Kontakters aus? Welche Arbeitsschritte sind notwendig, bevor ein TV-Spot zu sehen ist?“

Branchenfremde kennen die Welt der Werbung meist nur in Form von Anzeigen, Plakatwänden, TV-Spots, Webseiten, Bannern, Flyern usw. Doch kaum einer weiß wie und wo all diese Dinge entstehen, die alltäglich zuhauf um unsere Aufmerksamkeit ringen.

Das Buch von Heiko Burrack und Ralf Nöcker lüftet den Vorhang der vermeintlich mystischen Werbewelt.

Der Leser wird zunächst darüber aufgeklärt, wo Werbung gemacht wird. Hierbei werden sowohl Agenturtypen wie Network-Agenturen, innhabergeführte Agenturen und Kreativagenturen unterschieden, als auch auf Spezialagenturen für bestimmte Kommunikationsdisziplinen, Marktfelder und Bevölkerungsgruppen eingegangen.

In Folge wird Licht ins Dunkle der verschiedensten Berufsbilder der Werbebranche gebracht. In Agenturen arbeiten schließlich außer den kreativen Gestalterköpfen, auch Planner, Kontakter, Texter, Produktioner, Trafficer, Art Buyer und Reinzeichner. Die Autoren beschreiben nicht nur die anfallenden Tätigkeiten der einzelnen Berufe, sondern auch die nötigen Qualifikationen, welche man mitbringen sollte, falls man in einem dieser Jobs arbeiten möchte.

Nachdem geklärt wurde, wo Werbung entsteht, und welche Berufe es in Agenturen gibt, widmet sich das Buch seinem Untertitel: „Wie Werbung gemacht wird“. So gehören zum Geschäft einer Werbeagentur sowohl New Business, Pitch, Briefing, Markenstrategie, Ressourcenplanung, Kreativstrategie und Ideenfindung, als auch deren fertige Umsetzung in Printkampagnen, TV-Spots, Onlinekampagnen usw. Anhand von Beispielen gehen Burack und Nöcker kurz auf die Phasen der Umsetzung eines Werbespots, einer Printkampagne und einer Kampagne einer deutschen Lead-Agentur ein.

Im darauf folgenden Kapitel werden dem Berufseinsteiger die möglichen Wege in die Werbung aufgezeigt. Werbung als Ausbildungsberuf oder Studiengang, der Weg als Quereinsteiger oder Praktikant. Hier räumen die Autoren ordentlich mit den Klischees auf, von denen die Branche heute immer noch zehrt. Das träumerische Bild des aufregenden, glamourösen Lebens in der Werbewelt wird hemmungslos zerstört. Das ist aber durchaus gut so, und sehr wichtig für den Berufseinsteiger, da die Schattenseiten der Branche gerne übersehen werden: zunächst miese Bezahlung, höllische Arbeitszeiten und zunehmend unsichere Perspektiven. Wer es sich wünscht in der Werbung zu arbeiten, muss wissen, worauf er sich da einlässt. Er muss es wirklich leidenschaftlich wollen. Werbung ist nicht einfach nur so ein Job.

Im Anhang gibt es dann noch ein paar Zahlen und Fakten zur Branche.


Mein Fazit:

Ein gelungenes Buch, das einen sehr guten, einführenden Blick in die Arbeitswelt der Werber vermittelt. Für Berufseinsteiger ein muss. Doch auch auf Kundenseite der Agenturen sollte das Buch gelesen werden. Es räumt mit falschen Vorstellungen auf und versachlicht ein oft trügerisches Bild der Macher hinter den Kulissen der Werbung. Neben den Autoren kommen auch immer wieder Fachleute direkt aus der Branche zu Wort, und beschreiben ihren Berufsalltag. Es ist leicht zu lesen und stellenweise heiter geschrieben. Eine zwar sachliche, aber dennoch entspannte Feierabend-Lektüre.
Empfehlenswert für jeden der sich für die Werbebranche interessiert.


 
 
 

Ein Kommentar zu “Gelesen: „Vom Pitch zum Award“
Wie Werbung gemacht wird”

  1. Werbeagentur
    24. April 2011 um 02:11

    Diese Seite hat mich richtig gut auf eine gute Idee gebracht und ist sehr gut geschrieben .