Monatsarchiv für Juli 2010

 
 

Das grenzenlose Haus
in meiner Nachbarschaft


Das grenzenlose Haus aus dem Hornbach-Kurzfilm steht in meiner Nachbarschaft. Nein nicht wirklich, aber man könnte es meinen.

Über einige Jahre hinweg schon hat dieses Gebäude ein gewisses Eigenleben entwickelt. Seit es einen neuen Besitzer hat, mutierte es von der unauffällig gepflegten Doppelhaushälfte zu diesem eigenwilligen Wohnobjekt im Stil von Astrid Lindgren.

Der offensichtlich baumarktsüchtige Vater der Besitzerin stückwerkte zunächst sehr lange Zeit an der für das Umfeld gänzlich unpassenden Gartenbemauerung. Dies weckte schnell unsere Aufmerksamkeit, und führte natürlich unweigerlich zu heiteren, humorvollen Diskussionen, wie es in meiner Familie bei der gemeinsamen Nahrungsaufnahme so üblich ist. Seit diesen Tagen wird die Metamorphose der tatsächlich einst in Schweden geborenen Zwillings-Fertigbehausungshälfte mit großer Spannung und ängstlichen Zweifeln begutachtet.

Lange hatte sich nun nichts mehr getan. Man hatte sich mit dem etwas anderen Bauwerk schon abgefunden, bis plötzlich ungewöhnlicher Lärm wieder ungeteilte Aufmerksamkeit auf das Projekt zog. Wieder war es erst mal unklar was nun schon wieder passieren würde. Der Lärm ließ sich keinem absehbaren Arbeitsprozess zuordnen.

Ein paar Tage später löste sich der Nebel auf, und es stand ein Gerüst um das Heim der eigenwilligen Straßenmitbewohner. Ok ein neuer Putz oder Anstrich. Das kann ja nicht schaden. Pustekuchen. Seit einigen Tagen nun glänzt das Haus in neuer Farbigkeit. Wenn man diesen Ton, den ich nicht einmal eindeutig namentlich benennen könnte, überhaupt als Farbe bezeichnen mag.

Die fotografische Abbildung oben kann aber leicht zu Missverständnissen führen. In der alltäglichen Realität, und im Bezug zum sonstigen Wohnumfeld, ist das Heimwerker-Machwerk wirklich hilflos unpassend. Meine alltags Digitalkamera für 49 Euro, erstanden bei einem in der Farbe rot gekleideten, massiv und laut werbetreibendem Elektrogroßmarkt, ist trotz mangelnder Qualität nicht in der Lage so ein visuell absurdes Objekt realitätsnah scheußlich einzufangen.

Aber keine Sorge. Für alle Mitmenschen, die meine Art von Humor nicht verstehen können. Ich mag meine Nachbarn und wir sind keinesfalls spießig. Ganz im Gegenteil. Bei uns kann jeder machen, was er will. Jeder darf seinen Wohnraum gestalten, wie er mag. Nur machen wir uns eben gerne einen Spaß auf Kosten anderer oder auch auf unser Sparguthaben. Spaß muss sein. Wir sind da ganz schmerzfrei.

Wie Hornbach, so schlussfolgern auch wir hier abschließend: Jede Hütte ist ein Heim!
Tolerant ertragen also auch wir die Heimwerkerfreude unserer Wohngenossen, und stehen ganz klar für individuelle Wohnraumgestaltung. Sei es auch im Schweden-Fertighaus. Gestalten und Werken macht Spaß. Schafft also auch ihr eure eigene kreative kleine Wohnwelt.
Yippie Ya Ya Yippie Yippie Yeah!!!

Hornbach Kurzfilm  - Das grenzenlose Haus -

Der erste Kurzfilm der Agentur Heimat präsentiert den Kunden Hornbach mit ganz neuen Tönen. Kein Yippie Ya Ya Yippie Yippie Yeah!
Nein! Sondern ganz leise, zum Mitdenken und atmosphärisch stimmig inszeniert. Ganz im Gegensatz zu den bisherig häufig polarisierenden Werbebotschaften des Baumarktes.

Auf Facebook machte Hornbach lange vor der Veröffentlichung neugierig auf das Projekt mit dem Titel “Das grenzenlose Haus”. Heute ist es endlich so weit. Facebook-User erhalten einen Zugangcode für die exklusive Sneakpreview des Kurzfilmes, dass die Sneakpreview nun doch nicht so exklusiv ist, und der Film zeitgleich auch auf Youtube schon für alle zu sehen ist, darüber schauen wir lässig hinweg. Spannend war es allemal, und ich hab mir den Film gleich voller Vorfreude reingedübelt.

Eine sehr gelungene Arbeit mit tieferem Sinn. Es geht um Toleranz, Nachbarschaft, Freude am gemeinsamen Schaffen und… und… und natürlich auch um Sägen und Bohrmaschinen.

Der Werbetreibende tritt im richtigen Verhältnis in den Hintergrund und platziert sich unaufdringlich. Dennoch versteht der Betrachter schnell, worum es hier geht.
Die Produkte und die Marke werden ihm lediglich nicht inhaltsleer um die Ohren gehämmert.

Gefällt mir sehr. Es bleibt spannend wie es mit Heimat und Hornbach in Zukunft weiter geht.

Einziger Wermutstropfen: Es wurde in Bukarest gedreht und leider nicht in der “Heimat”.